Umweltzerstörung durch Ramstein
Das US-Militär ist der größte institutionelle Umweltverschmutzer. PFAS, Kerosin und Abgase bedrohen die Gesundheit.
Das US-Militär als Umweltzerstörer
Die US-Streitkräfte sind der größte institutionelle Verbraucher fossiler Brennstoffe weltweit. Wenn das US-Militär ein Land wäre, würde es zu den 50 größten CO₂-Emittenten der Welt gehören.
Allein die Emissionen der US-Streitkräfte übersteigen die Gesamtemissionen von Ländern wie:
- Portugal
- Dänemark
- Schweden
PFAS: Die ewigen Chemikalien
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind synthetische Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen. Sie werden wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in Löschschäumen verwendet – besonders auf Militärflughäfen.
Das Problem: PFAS bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab. Sie werden deshalb auch “Ewigkeitschemikalien” genannt.
Kontamination rund um Ramstein
Auf dem Gelände der Air Base Ramstein und in der Umgebung wurden extreme PFAS-Konzentrationen gemessen:
- Grundwasser: Werte bis zum 1.000-fachen der zulässigen Grenzwerte
- Böden: Großflächige Kontamination durch jahrzehntelangen Einsatz von Löschschaum
- Oberflächengewässer: Belastung von Bächen und Flüssen in der Region
Gesundheitsrisiken
PFAS stehen im Verdacht, folgende Erkrankungen zu verursachen oder zu begünstigen:
- Krebs (insbesondere Nieren- und Hodenkrebs)
- Schilddrüsenerkrankungen
- Immunschwäche
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Leberschäden
- Fruchtbarkeitsstörungen
Kerosinablass über der Pfalz
Die Praxis
Militärflugzeuge lassen bei Notfällen oder Überlastung regelmäßig Kerosin in der Luft ab, um Gewicht für die Landung zu reduzieren. Über der Pfalz geschieht dies häufig – die genauen Mengen werden nicht systematisch erfasst.
Die Auswirkungen
- Luftverschmutzung: Kerosin enthält Benzol und andere krebserregende Substanzen
- Bodenbelastung: Ein Teil des Kerosins erreicht den Boden
- Gesundheitsrisiken: Anwohner berichten von Atemwegserkrankungen und Geruchsbelästigung
Erhöhte Krebsraten in der Region
Epidemiologische Studien zeigen, dass die Region um Ramstein überdurchschnittlich hohe Raten bestimmter Krebsarten aufweist. Ein direkter kausaler Zusammenhang ist schwer nachzuweisen, aber die Häufung ist statistisch auffällig.
Die Kombination aus:
- PFAS-kontaminiertem Trinkwasser
- Luftverschmutzung durch Fluglärm und Abgase
- Kerosinablass
schafft ein toxisches Umfeld für die Bevölkerung.
Rechtliche Situation
Sonderstatus der US-Streitkräfte
Die US-Streitkräfte in Deutschland unterliegen dem NATO-Truppenstatut und Zusatzabkommen, die ihnen weitreichende Privilegien einräumen. Bei Umweltschäden:
- Ist die Haftung oft unklar
- Gelten US-amerikanische, nicht deutsche Umweltstandards
- Gibt es keine effektive deutsche Kontrolle
Sanierungspflicht
Nach deutschem Recht müssten die Verursacher für die Sanierung kontaminierter Flächen aufkommen. Die US-Streitkräfte haben bisher keine angemessene Verantwortung übernommen.
Was wir fordern
- Unabhängige Umweltuntersuchungen: Vollständige Erfassung aller Kontaminationen
- Sanierung auf US-Kosten: Die Verursacher müssen für die Beseitigung der Schäden aufkommen
- Deutsche Umweltstandards: Anwendung deutscher Gesetze auf alle US-Aktivitäten
- Transparenz: Offenlegung aller Kerosinablässe und sonstiger Emissionen
- Gesundheitsmonitoring: Langzeitstudien zu Gesundheitsauswirkungen in der Region